26. März – 13. Juni 2026

über wasser, ueber land, 2026, franziska lopez

Franziska Lopez

Bild: Franziska Lopez, UFER, Kohle und Öl auf Leinwand

Dauer der Ausstellung bis 13. Juni 2026

„Gedanken zum Motiv

Der Uferbereich. Die Uferzone eines Gewässers, der Übergang von Wasser und Land, ein Grenzbereich, dort wo zwei Welten aufeinander stoßen. Wasser und Land. Das Wasser als Trennung, die Wasseroberfläche unüberwindbar. Sehnsuchtsort, Erinnerungsort. Die Uferbereiche, die mir immer wieder Motive liefern, sind oft unerreichbar, unberührt, tiefes Dickicht und Geäst machen sie unwägbar. Davor die Wasseroberfläche, die uns vom entfernten Ufer trennt, mit ihren sich nie wiederholenden Spiegelungen und unsichtbaren Tiefen. Die Motive haben alle etwas atmosphärisches, die Bilder ein Versuch eine Stimmung einzufangen, die Atmosphäre auf eine Leinwand zu bannen, ohne dabei in Kitsch zu verfallen.

Biografisches

Geboren in Hagen, aufgewachsen in Altrip, einem Dorf am Rhein in der Vorderpfalz. 2002 Abitur. Nach zwei Jahren Medizinstudium in Heidelberg, Studium der Bildenden Kunst und der Mathematik in Mainz. Staatsexamen 2010 Über verschiedene Stationen (Südfrankreich, Baden-Baden, Offenburg) am Bodensee gelandet. Lehrerin für Bildende Kunst und Mathematik in Radolfzell.

Infos zu Altrip: Altrip erstreckt sich auf einem Schwemmlandrücken inmitten der Niederung des Rheins, der den Ort in einer Schleife umfließt. Die abgeschnürten Altrheinarme sowie ein See- Ensemble treten von allen Seiten bis an den Ort heran. Entlang des Rheins und seiner Altrheinarme breiten sich Auwälder aus. Dazwischen die Horreninsel, eine von Auwäldern und Wasser umgebene, unberührte Urlandschaft.

Gewässernamen rund um Altrip: Kiefweiher, Silbersee, Schwanenweiher, Blaue Adria, Karpfenweiher, Jägerweiher, Marxweiher, Neuhöfner-, Otterstädter Altrhein.

Die Nähe zum Wasser hat mich geprägt. Die Baggerseen, der Rhein, die Altrheinarme, das jährliche Hochwasser gehörten dazu, genauso wie das Baden im Sommer, das regelmäßige Überqueren des Rheins mit der Fähre, die Spaziergänge am Wasser, Tage, Abende, Nächte, am Wasser. Das Wasser war immer da/ dabei.

Kohle auf Leinwand – Arbeitsweise

Neben dem subjektiven, emotionalen Zugang, gibt es auch das formale Interesse am Bildmotiv. Der Kontrast zwischen der Ruhe der Wasseroberfläche und den unruhigen Wucherungen im Uferbereich, ein Schilf, das sich wie ein dunkles Band zwischen Wasser und Ufer schiebt, vertikale Spiegelungen stellen sich gegen den Horizont. Licht und Schatten. Alles wird zum kompositorischen Element. Landschaft zwischen Malerei und Zeichnung.

Da sind zunächst die ölhaltigen Farbgrundierungen, die sich in feinen Farbnuancen unterscheiden, Variationen von Grautönen, bis hin zu zarten Blau-, Grün-, Rosétönen, die jeweils das gesamte Format überziehen. Im nächsten Schritt zeichne/male ich alle weiteren Elemente mit wasserlöslichen Kohle-Pigmentmischungen. Die Kohlelösungen perlen von der Ölfarbgrundierung ab, die aufgetragenen Flächen reißen auf und fließen ineinander. Die Schwarztöne unterscheiden sich ebenfalls in feinen Nuancen, durch die verschiedene Färbung der Kohlepigmente und reagieren auf die „Farbtöne" der Grundierung. Mal wärmer, mal kühler. Das traditionelle Zeichenmedium setze ich malerisch ein. Durch das Aufeinandertreffen der beiden gegensätzlichen Materialien entstehen differenzierte, malerische Oberflächen, nicht planbare Strukturen, die den Arbeitsprozess mitlenken. Konzeptueller Aspekt der Arbeit, das meist gleiche Kleinformat (30 x 40cm, einzelne größere Arbeiten 60 x 80cm), das immer wiederkehrende Motiv des gegenüberliegenden Ufers, die Technik,… Jedes Bild kann auch für sich alleine stehen, als Einzelbild, dennoch ergibt sich das Bild einer Serie.” (Franziska Lopez)

ueber wasser ueber land, 2026, franziska lopez 

Vernissage am Donnerstag, 26. März 2026